Wenn ihr in eurem Garten Gemüse, Obst und Zierpflanzen anbauen möchtet, braucht ihr nicht nur freie Fläche, sondern auch gute Pflege. Dünger gehören während der Wachstumsphase dazu, allerdings geht der Trend immer stärker in Richtung Natürlichkeit statt Chemie.
Mutter Natur hat vielseitige Düngemittel hervorgebracht, die auf natürliche Weise für mehr Bodenleben und damit mehr freigesetzte Nährstoffe sorgen. Ihr unterstützt euer Gemüse und eure Pflanzen durch die Verwendung auf natürliche Weise und müsst euch keine Sorgen über die Belastung mit Pestiziden machen. Aber welche Düngerarten gibt es und wie werden sie genutzt?
Pferdemist für Rasen, Gemüse und Zierpflanzen
Unter erfahrenen Gärtnern gilt Pferdemist als Geheimtipp, denn er bietet euch eine hervorragende Kombination aus Nährstoffen und strukturverbessernden Eigenschaften für euren Boden. Besonders für Starkzehrer wie Tomaten und Gurken ist der organische Dünger eine gute Wahl, denn er liefert Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem ausgewogenen Verhältnis.
Im Vergleich zu anderen tierischen Exkrementen ist er zudem deutlich trockener und strohiger, sodass ihr ihn leichter ins Erdreich einarbeiten könnt. Ihr fördert durch die Nutzung die Belüftung des Bodens und durch die langsame Zersetzung eine kontinuierliche Nährstoffabgabe.
Auch für die Neuanlage oder Pflege von Grünflächen eignet sich Pferdemist als Dünger, sofern er gut abgelagert wurde. Frischer Mist wäre zu scharf für den Rasen und könnte die Graswurzeln schädigen, doch in aufbereiteter Form liefert er genau die Energie, die für ein sattes Grün und eine dichte Grasnarbe nötig ist.
Wenn ihr Rosen im Garten habt, werdet ihr feststellen, dass diese auf Pferdemist mit einer besonders schönen Blüte und einer hohen Robustheit gegen Krankheiten reagieren. Unabhängig von der Pflanzenart solltet ihr den Mist im Herbst oder im zeitigen Frühjahr oberflächlich ausbringen und leicht einharken, um den Bodenorganismen genug Zeit zur Verarbeitung zu geben.
Schafwolle wird immer beliebter
Zu einem echten Geheimtipp hat sich auch Schafwolle gemausert. Früher war sie ein Abfallprodukt der Schafschur, heute wird sie zu Pellets gepresst in Gärten verwendet. Schafwolle besteht zu einem großen Teil aus Keratin und enthält beachtliche Mengen an Stickstoff und Kalium. Da die Wolle im Boden nur sehr langsam verrottet, stehen die Nährstoffe den Pflanzen über Monate hinweg zur Verfügung.
Besonders bei Hochbeeten oder bei der Pflanzung von Gehölzen leistet sie wertvolle Dienste, da sie tief im Erdreich platziert werden kann.
Ein weiterer Vorteil von Schafwolle ist ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern. Die Fasern können ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und das Wasser bei Trockenheit Stück für Stück an die Umgebung abgeben. Das schützt eure Pflanzen an heißen Sommertagen vor dem Verdursten und fördert die Bodenstruktur.
Hornspäne ist ein Klassiker unter den natürlichen Düngern
Einer der Klassiker im Garten ist Hornspäne. Das Nebenprodukt aus der Schlachtung besteht aus zerkleinerten Hörnern und Hufen von Rindern und ist ein reiner Stickstofflieferant, ohne nennenswerte Anteile an Phosphor oder Kalium.
Da Mikroorganismen im Boden das harte Material mühsam zersetzen müssen, wirkt es sehr sanft und über einen langen Zeitraum. Eine Überdüngung ist bei sachgemäßer Anwendung faktisch ausgeschlossen, sodass Hornspäne ein sicheres Düngemittel für Anfänger ist.
Ihr könnt sie bereits bei der Pflanzung ins Loch geben oder im Frühjahr großzügig unter Sträuchern und Stauden verteilen. Im Handel unterscheidet man je nach Konsistenz und Mahlgrad zwischen Hornmehl und Hornspänen. Mehl wirkt schneller, grobe Späne braucht Monate, bis sie erste Wirkung zeigt.
Guano hat eine interessante Herkunft
In Deutschland und Österreich wird Guano seltener genutzt, da es aus den Exkrementen von Seevögeln und Fledermäusen gewonnen wird und nicht aus natürlichen Beständen hierzulande stammt. Über Jahrhunderte hinweg haben sich in den Küstenregionen Südamerikas riesige Schichten des Materials angesammelt und werden hier geerntet.
Der hohe Phosphorgehalt macht Guano zu einem beliebten Blütendünger, der die Bildung von Früchten und Knospen unterstützt. Er eignet sich für eure Obstbäume oder eure Beerensträucher, bringt aber auch bei Sommerblumen einen ordentlichen Wachstumsschub ins Beet.
Bei der Dosierung ist Vorsicht geboten, denn eine zu hohe Konzentration kann zu Wurzelschäden führen. Bei der Anwendung solltet ihr Guano entweder direkt in Wasser auflösen oder ihn als Flüssigdünger sehr sparsam in die obere Bodenschicht einarbeiten.
Achtet unbedingt auf zertifizierte Produkte, denn die problematischen Abbaubedingungen und die weiten Transportwege können euren Wunsch nach Ökologie und Nachhaltigkeit beeinflussen. Eure Gartenpflanzen fühlen sich auch mit hiesigen Düngern wie Pferdemist wohl, bei denen ihr auf den Import verzichten könnt.
Rinderdung kommt seltener zum Einsatz
Obwohl Kuhmist ein klassischer Wirtschaftsdünger in der Landwirtschaft ist, kommt er im privaten Hausgarten seltener als Pferdemist zum Einsatz. Der Hauptgrund ist der intensive Geruch, der besonders in dichten Wohngebieten schnell zu Stress mit den Nachbarn führen kann.
Außerdem ist Rinderdung in frischer Form schwer und feucht, was die Verteilung erschwert. Pferdemist ist an dieser Stelle bereits hitziger und sorgt bei der Zersetzung für mehr Wärme. Im Frühbeet fördert das die Keimung und unterstützt das Wachstum der Pflanzen im Sommer.
Kaffeesatz als Ergänzung zum Dünger
Immer wieder wird Hobbygärtnern empfohlen, Kaffeesatz als Ergänzung verwenden, aber nicht als alleiniger Dünger. Das ist korrekt, denn in Kaffeesatz stecken Stickstoff, Kalium und Phosphor, aber nicht in großen Mengen.
Für alle Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen, aber auch für Tomaten und Rosen ist die gelegentliche Gabe des dunklen Pulvers eine nette Ergänzung. Der Geruch lockt Regenwürmer an, die den Boden lockern und mit wertvollem Humus anreichern.
Lasst den Kaffeesatz gut trocknen, denn wenn er feucht ist, droht Schimmelgefahr. Den trockenen Satz streut ihr einfach oberflächlich um eure Pflanzen und arbeitet ihn dann in den Boden ein.
Für Starkzehrer ist das eine sehr beliebte Ergänzung, die Nährstoffmengen reichen aber nicht zur dauerhaften Düngung.
Selbstgemachte Düngerjauche für Gemüsepflanzen
Wenn bei euch im Garten Brennnesseln wachsen, könnt ihr mit frischen Pflanzen und Wasser eine hochwertige Jauche herstellen. Ihr lasst die Pflanzen etwa zwei Wochen vergoren und habt dann ein stickstoffreiches Konzentrat für Blumen und Gemüse.
Da die Jauche bei der Gärung unangenehm riecht, braucht ihr ein Gefäß mit Gitter oder Deckel. Alternativ fügt ihr Gesteinsmehl hinzu, was die Geruchsbindung fördert. Die Jauche wird nie pur, sondern im Verhältnis 1:10 mit dem Gießwasser genutzt. Davon profitieren eure Pflanzen am meisten.
